Der Flurfunk oder die Gerüchtebörse

Wer kennt nicht die Situationen, in denen man mit Gerüchten konfrontiert wird. Gerüchten, die jeder Grundlage entbehren. Gerüchten, die „an den Haaren herbeigezogen sind“. Gerüchten, die – seien sie aus ihrer Sicht noch so denkunmöglich – doch ihre Kreise ziehen. Plötzlich – ohne Vorwarnung – wird man damit konfrontiert. Man ist oft sprach- und fassungslos mit welchem Unsinn man konfrontiert wird. Aber sie sind da – die Gerüchte. Als Führungskraft, als Bürgermeisterin oder Bürgermeister, erleben Sie dies im Amt, beim Besuch einer Gaststätte oder auf öffentlichen Plätzen beim Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern. Manchmal fragt man sich, wie diese Gerüchte entstehen können.

Der Flurfunk oder die Gerüchtebörse findet jedoch nicht nur in der Öffentlichkeit statt, sondern auch in den Räumlichkeiten jedes Betriebes, jedes Rathauses, in jeder sozialen Organisation. Innerbetrieblich bieten dazu der Weg zum Kaffeeautomaten, die Kaffeepause, die Fahrt im Aufzug oder ein zufälliges Treffen von ArbeitskollegInnen mit einem Tratscherl am Gang viele Möglichkeiten. Die sozialen Medien haben diese Möglichkeiten erweitert.

Denn jeder Flurfunk hat seine eigenen (ungeschriebenen) Regeln. Ob der Tratsch, das Getuschel oder das Neueste vom Neuen – dies gepaart mit persönlichen Interpretationen oder Hinzufügungen – und schon geht es um, das Gerücht. Und ob Sie es glauben oder nicht – man kann es nicht verhindern. Man kann es versuchen zu steuern – man wird es aber nicht verhindern können.

Man kann Einfluss nehmen

Der Einfluss, den man darauf nehmen kann, ist die Schaffung eines kommunikativen internen Gesprächsklimas. Eine interne Kommunikation, die auf Wertschätzung basiert und bei der alle Türen bei Fragen und Unklarheiten offen stehen. Ein Klima, das von Offenheit geprägt ist und das Fragen wirklich beantwortet. Es mag jetzt hochtrabend klingen, aber die Etablierung einer offenen internen Kommunikationskultur ist der beste Garant um Gerüchten entgegen zu wirken. Ihre MitarbeiterInnen werden sich an der Verbreitung dieser Gerüchte nicht beteiligen, sondern diesen bestimmt entgegentreten. Denn dies ist eine der Möglichkeiten dies einzuschränken.

Der falsche Weg wäre, durch Verbote dies regeln zu wollen. Die Hoffnung, dass mit einem Verbot der Kaffeepause, der Entfernung des Kaffeeautomaten oder anderer restriktiver Maßnahmen die Gerüchteküche aus der Welt geschafft wird, ist eine trügerische. Darüber hinaus haben diese Plätze noch eine andere Funktion – im persönlichen Gespräch können innerbetriebliche Fragen oft rasch geklärt werden.

Gerüchte verbreiten sich oft rasend schnell – aber wenn man entschieden dagegen auftritt, verschwinden sie oft im gleichen Tempo als sie entstanden sind.

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